maxx BlockChain Hub

Ein Konzept zur Finanzierung und Abrechnung von Photovoltaikanlagen mit Potenzial

Da der mittlerweile viel zitierte Ansatz „Hilfe zur Selbsthilfe“ nie an Aktualität verliert, haben wir ein ganzes Konzept erarbeitet, durch das dauerhafte Finanzierungsmöglichkeiten für Erneuerbare Energien in Simbabwe entstehen sollen. Blockchain-Technologie ist dabei ein zentrales Element. Der folgende Text erläutert die Hintergründe und das geplante System.

das Team in Simbabwe
Felix Schmid (DENA, links), Tafadzwa Nkosa (Karanda Mission), Antje Klauß-Vorreiter (DGS Thüringen), Dr. Lutz Mittelstädt (maxx-solar) und Sinan Erki (Steca Electronics) in Karanda.

Unsere Ressourcen

Durch unsere Trainingsakademie in Südafrika, in der wir unter dem Namen maxx-solar academy bereits seit 2012 Trainings im südichen Afrika anbieten, haben wir ein großes Netzwerk an kompetenten Installateuren aufgebaut. Wir kennen den Markt in Südafrika, Simbabwe, Namibia und Lesotho seit mehr als fünf Jahren. Unsere Partner Dave Mathews und Francis Madari sind seit mehr als 30 Jahren erfolgreich in Simbabwe aktiv und möchten mit ihrem Unternehmen Sunergy zur Entwicklung des Landes beitragen. In Deutschland hat unsere langjährige Partnerfirma maxx-solar & energie viel Erfahrung im Bereich Photovoltaik und beschäftigt sich seit einiger Zeit mit dem Thema Blockchain. Zusammen mit dem Start-Up GridX bauen sie z.B. gerade ein blockchainbasiertes Abrechnungssystem für ihre Kunden auf. Sunergy, maxx-solar Deutschland, maxx-solar Südafrika und die DGS Thüringen mit Energy for Life e.V. verfügen individuell über Stärken und einen großen Erfahrungsschatz in den unterschiedlichsten Bereichen und haben sich im Rahmen des Projektes nun zusammengeschlossen um ein Konzept zu verwirklichen, das Bestand hat.

Die Technologie Blockchain

Die Blockchain taucht als Basis für die Kryptowährung Bitcoin in den letzten Monaten immer wieder intensiv in allen Medien auf. Auch die Energiebranche sieht großes Potential in der Blockchain, denn neben vielen anderen Vorteilen bietet diese „digitale Geldbörse“ die Möglichkeit, ohne Bargeld auszukommen und auch internationale Geldtransfers ohne Banken durchzuführen. Insbesondere ein Kontinent wie Afrika, in dem große Transaktionen oft an Vertrauensmangel leiden und ein Land wie Simbabwe, in dem es aktuell keine Währung gibt, können von der Technologie profitieren. Die Blockchain ermöglicht vollkommene Transparenz bei Transaktionen und bietet die Möglichkeit, über sogenannte Smart Contracts Zahlungsbedingungen festzulegen, die Betrug und Korruption praktisch unmöglich machen.

Sicherheit für Spender und Investoren

Die Stromproduktion in der gespendeten Anlage wird in der BlockChain dokumentiert. Die Spender werden einen virtuellen Token (Rural Electrification Coin) für jede Watt-Stunde der produzierten Energie als symbolische Erstattung für die Spende erhalten. Die Spende geht also nicht in eine Blackbox, vielmehr können die Unterstützer langfristig verfolgen was aus ihrer Spende geworden ist. Die Grafik unten erklärt den gesamten Prozess des maxx BlockChain Hubs:

Installateure, die in der maxx-solar academy ausgebildet wurden, im Fall von Karanda z.B. Sunergy, übernehmen die Abwicklung des Projekts vor Ort, denn sie kennen die Kunden im Land am besten. Die Installation der Anlage muss vom Kunden direkt bezahlt werden. Die Bezahlung der Komponenten, die den größten Anteil der Investion darstellt, wird über die BlockChain geregelt. Der Vorteil ist, dass der Kunde das System in Raten bezahlen kann, der Installateur aber trotzdem direkt die komplette Summe für die Vorleistung des Materialkaufs aus dem maxx Fonds erhält. Das Geld, das der Kunde pro Kilowattstunde einzahlt, fließt zurück in den Fond und steht für weitere Projekte und ggf. Rückzahlungen an die Investoren zur Verfügung.

Prozess des maxx Blockchain Hub

Einbindung der Blockchain in Simbabwe

Wie oben erklärt, erfolgt die Steuerung der Photovoltaikanlage in Karanda und die Abrechnung des produzierten Stroms über die maxx BlockChain. Wie bei einem Prepaid-Handy, kann die Mission Guthaben aufladen, das dann als verfügbare Kilowattstunden gutgeschrieben wird. Der Strompreis ist dabei deutlich reduziert gegenüber dem Netzstrom, sodass die Karanda Mission beim Verbrauch des PV-Stroms Kosten einspart. Wenn das Guthaben aufgebraucht ist, muss wieder aufgeladen werden, ansonsten schaltet sich im Normalfall das System ab. Für das Krankenhaus gibt es allerdings eine Ausnahmeregelung, um Notfälle abzudecken und das Krankenhaus zu unterstützen. Das Licht im OP wird also tatsächlich nie wieder aus gehen!

Im Strompreis sind neben der Investitionsrückzahlung auch anteilig Kosten für Betrieb und Wartung enthalten. Im Pilotprojekt bei der Karanda Mission, haben Spender die Möglichkeit, Strom für Karanda zu kaufen, sodass der Anteil der Investition gedeckt ist und die Mission selbst nur noch für die Betriebs- und Wartungskosten aufkommt. Überschüsse fließen in den Revolving Funds, der die Grundlage für den oben beschriebenen BlockChain bildet.

 

Das dena-RES-Projekt maxx BlockChain Hub  wird im Zuge des von der Deutschen Energie-Agentur (dena) ins Leben gerufenen und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Rahmen der „Exportinitiative Energie“ geförderten dena-Renewable-Energy-Solutions-Programms realisiert.